Hand aufs Herz: Als Akademiker zwischen 20 und 40 haben wir meistens Besseres zu tun, als über Rentenbescheide zu grübeln. Karriere, Reisen, vielleicht die erste eigene Wohnung oder die Familiengründung stehen im Fokus. Doch während wir uns im Hier und Jetzt verwirklichen, tickt im Hintergrund eine Uhr, die wir oft ignorieren: die Rentenlücke.
Wir zeigen dir heute, warum das Thema Altersvorsorge gerade jetzt extrem spannend wird – vor allem durch das neue Altersvorsorgedepot, das 2027 an den Start geht.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um anzufangen?
Die kurze Antwort: Gestern. Die ehrliche Antwort: Sobald dein erstes festes Gehalt aufs Konto fließt.
Als Akademiker haben wir oft den Nachteil eines „späten Starts“. Während andere mit 16 in die Rentenkasse eingezahlt haben, saßen wir im Hörsaal. Das bedeutet: Wir müssen in kürzerer Zeit mehr Kapital aufbauen. Der größte Hebel, den wir haben, ist der Zinseszinseffekt.
Wer mit 25 anfängt, monatlich 200 € zu investieren, hat mit 67 ein Vielfaches dessen, was jemand erreicht, der erst mit 40 startet – selbst wenn dieser dann die doppelte Summe einzahlt. Zeit ist in der Altersvorsorge wertvoller als Geld.
Wie viel Vorsorge muss ich eigentlich betreiben?
Die Faustformel lautet: Um deinen Lebensstandard zu halten, wirst du im Alter etwa 80 % deines letzten Netto-Einkommens benötigen. Die gesetzliche Rente deckt bei uns Akademikern aber oft nur noch rund 40-45 % ab.
Deine Mission: Die restlichen 35-40 % müssen aus privaten Quellen kommen.
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Faustregel: Versuche, etwa 10 bis 15 % deines Netto-Einkommens konsequent in die Altersvorsorge zu stecken.
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Flexibilität: In jungen Jahren darf es ruhig etwas weniger sein, solange die Richtung stimmt. Wichtig ist die Regelmäßigkeit.
Staatliche Förderung: Lohnt sich das?
Lange Zeit war „Riester“ das Schlagwort schlechthin. Doch seien wir ehrlich: Für viele von uns waren die hohen Kosten und die starren Garantien der Riester-Verträge eher Bremsklötze als Rendite-Turbo. Dennoch ist Riester nicht per se „schlecht“ – es kommt extrem auf deine Lebenssituation an.
Für wen Riester ein echter Rendite-Turbo sein kann
Tatsächlich gibt es Gruppen, für die Riester aufgrund der hohen Förderquote (das Verhältnis von Eigenbeitrag zu staatlichen Zulagen) weiterhin extrem attraktiv ist:
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Eltern mit Kindern: Wer für jedes Kind bis zu 300 € Zulage jährlich erhält, erzielt oft eine Förderquote von über 50 % oder sogar deutlich mehr. Das ist bares Geld vom Staat, das man am freien Markt kaum so sicher erwirtschaften kann.
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Großverdiener: Als Akademiker mit hohem Gehalt profitierst du massiv vom Sonderausgabenabzug. Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Steuervorteil für dich günstiger sind – oft fließt so ein beachtlicher Teil deiner Beiträge über die Steuererklärung wieder zurück.
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Berufsstarter & Studenten: Wer jung einsteigt (unter 25 Jahre), sichert sich einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus von 200 €. Zudem reicht oft ein geringer Mindestbeitrag aus, um die vollen Zulagen abzugreifen.
Aber Achtung: 2027 ändert sich das Spiel!
Die Bundesregierung hat die Reform der privaten Altersvorsorge final verabschiedet. Ab dem 01.01.2027 ist das Herzstück der Vorsorge das neue Altersvorsorgedepot.
Das erwartet dich beim Altersvorsorgedepot:
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Höhere Grundzulage: Du erhältst bis zu 540 € pro Jahr vom Staat (50 % Förderung auf die ersten 360 € Einzahlung, danach 25 % auf weitere Beiträge bis 1.800 €).
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Endlich Rendite ohne Bremsen: Im Gegensatz zu Riester gibt es keinen Garantiezwang mehr. Du kannst dein Kapital zu 100 % in ETFs oder Fonds investieren und so die volle Marktrendite für deinen langfristigen Vermögensaufbau nutzen.
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Steuervorteile pur: In der Ansparphase fallen keine Abgeltungssteuer und keine Vorabpauschalen an. Du kannst innerhalb des Depots steuerfrei umschichten, was den Zinseszinseffekt massiv verstärkt.
Behalten oder Wechseln? Eine individuelle Entscheidung
Ab 2027 hast du die Wahl: Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und können einfach weitergeführt werden. Es wird jedoch auch die Möglichkeit geben, dein vorhandenes Riester-Guthaben förderunschädlich in das neue Altersvorsorgedepot zu übertragen.
Ob sich ein Wechsel für dich lohnt, lässt sich nicht pauschal sagen. Es ist eine individuelle Abwägung zwischen den Sicherheitspuffern (Garantien) deines alten Vertrags und den deutlich höheren Renditechancen sowie niedrigeren Kosten des neuen Depots. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf deine Zahlen.
Wir bringen Licht ins Dunkel
Die Flut an Informationen kann erschlagend sein. Genau deshalb sind wir da. Lass uns gemeinsam schauen, welcher Weg für deine Karriere und deine Lebensplanung der richtige ist.
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