0721 570 451 0 info@ka.asi-online.de

Kurz gesagt: Für gut verdienende, gesunde Selbstständige ist die private Krankenversicherung (PKV) 2027 attraktiver denn je – aber nur, wenn du sie wie ein Unternehmer planst: mit Krankentagegeld, einem Plan für deine Kinder und einer Vorsorge für die Beiträge im Alter.

Hand aufs Herz: Als Selbstständige hast du keinen Arbeitgeber, der die Hälfte zahlt, keine Lohnfortzahlung und keine Personalabteilung, die sich kümmert. Du trägst alles selbst – auch deine Krankenversicherung. Genau deshalb lohnt sich der genaue Blick, denn ab Januar 2027 ändern sich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gleich mehrere Stellschrauben auf einmal.

In unserer KV-Serie hat mein Kollege Jens-Holger Korunig die Grundlagen schon ausführlich erklärt – vom Vorsorgeprinzip der PKV bis zum Beitragsvergleich im Arbeitsleben und Ruhestand. Heute schauen wir gezielt auf deine Situation als Selbstständige oder Selbstständiger – mit den aktuellen Zahlen für 2026 und 2027.

Was kostet die GKV für Selbstständige 2027?

Wer als Selbstständige mindestens 76.500 € im Jahr verdient, zahlt in der GKV ab 2027 rund 1.345 € im Monat – über 16.000 € im Jahr, ganz allein. Der Grund: Als freiwillig versicherte Selbstständige trägst du den vollen Beitragssatz, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil.

Dazu kommt eine Besonderheit für 2027: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt nicht nur mit der Lohnentwicklung, sondern zusätzlich außerplanmäßig um 300 € im Monat – auf 6.375 € monatlich (Bundesregierung). Der Schätzerkreis hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2027 rechnerisch bei 2,9 % belassen (Pharmazeutische Zeitung). Tatsächlich erheben die Kassen aber schon heute im Schnitt rund 3,1 %, die Spanne reicht bis 4,39 %.

Monatsbeitrag GKV + Pflege (Selbstständige) 2026 2027
Mindestbemessung (Einkommen pro Monat) 1.318,33 € 1.376,67 €
Mindestbeitrag, ohne Krankengeld, mit einem Kind 270,26 € 282,22 €
Beitragsbemessungsgrenze (Einkommen pro Monat) 5.812,50 € 6.375,00 €
Höchstbeitrag mit Krankengeld, mit einem Kind 1.226,44 € 1.345,13 €
Höchstbeitrag mit Krankengeld, kinderlos 1.261,32 € 1.402,50 €

Eigene Berechnung: Krankenversicherung 14,6 % (mit Krankengeld) bzw. 14,0 % (ohne) plus 2,9 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag. Pflege 3,6 % für Eltern mit einem Kind; ab dem zweiten Kind unter 25 sinkt der Satz um je 0,25 Punkte. Kinderlos 2026 4,2 %, 2027 geplant 4,5 %. Die Pflege-Bemessungsgrenze folgt laut Regierungsentwurf ebenfalls der Grenze von 6.375 €. Der höhere Kinderlosenzuschlag ist im Kabinett beschlossen, aber noch nicht Gesetz. Bei deiner Kasse kann der Zusatzbeitrag höher sein.

Welches Einkommen zählt? Grundlage ist dein Gewinn laut letztem Einkommensteuerbescheid plus weitere Einnahmen wie Mieten oder Kapitalerträge. Die Kasse setzt den Beitrag zunächst vorläufig fest und rechnet ihn nach dem neuen Bescheid endgültig ab. Liegt dein Jahreseinkommen 2027 unter 16.520 €, zahlst du den Mindestbeitrag, ab 76.500 € den Höchstbeitrag. Dazwischen steigt der Beitrag mit jedem Euro Gewinn.

Wichtig für Selbstständige: Als freiwilliges Mitglied zahlst du nicht nur auf deinen Gewinn. Auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge und private Renten sind beitragspflichtig – bis zur Bemessungsgrenze. Das gilt auch im Ruhestand.

Gleichzeitig bekommst du für dein Geld künftig weniger. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz steigen ab 2027 die Zuzahlungen für Medikamente auf 7,50 bis 15 € je Packung, und der Festzuschuss für Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 % (Börse Express). Ab 2028 kostet zudem die bisher beitragsfreie Mitversicherung des Ehepartners einen Zuschlag – dazu mehr im Abschnitt zu Kindern und Familie.

Was kostet die PKV – und warum ist der günstigste Tarif selten der beste?

In der PKV zahlst du nicht nach Einkommen, sondern nach deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und den Leistungen, die du wählst. Steigt dein Gewinn, steigt dein Beitrag also nicht mit. Rund 8,79 Millionen Menschen sind in Deutschland privat vollversichert (PKV-Verband).

Zur Ehrlichkeit gehört: Auch PKV-Beiträge steigen. Zum Jahreswechsel 2026 waren rund 60 % der Vollversicherten von Anpassungen betroffen, im Schnitt um etwa 13 % (echo24). Auch für Anfang 2027 rechnet der PKV-Verband mit Erhöhungen, weil Klinik- und Arzneimittelkosten in beiden Systemen kräftig zulegen (zm-online). Über lange Zeiträume lagen die Steigerungen in der PKV seit 2005 bei rund 3,1 % pro Jahr, in der GKV bei rund 4 % (impuls).

Der wichtigste Unterschied liegt in der Kalkulation des Versicherers. Wie Jens-Holger in seinem Beitragsvergleich gezeigt hat, locken manche Gesellschaften junge Kunden mit billigen Einstiegstarifen, die im Alter überdurchschnittlich teuer werden. Andere kalkulieren von Anfang an zukunftsfähig – mit einem etwas höheren Startbeitrag, dafür mit soliden Rückstellungen. Für dich als Selbstständige zählt nicht der Beitrag im ersten Jahr, sondern der in 30 Jahren.

Warum bist du in der PKV dein eigener Gesundheitsmanager?

In der PKV entscheidest du, nicht der Gesetzgeber, welche Leistungen du bekommst – und du steuerst aktiv, was du dafür zahlst. Das passt zu Selbstständigen, denn du führst ja auch dein Unternehmen.

  • Dein Leistungsversprechen gilt lebenslang. Was in deinem Vertrag steht, kann dir niemand per Spargesetz streichen. In der GKV dagegen hat allein die jüngste Reform Zuzahlungen erhöht und Leistungen gekürzt.
  • Du wählst deine Versorgung. Arztwahl, Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer, Zahnersatz, Heilpraktiker oder Brille – du stellst den Schutz zusammen, der zu dir passt.
  • Du steuerst den Beitrag über den Selbstbehalt. Ein höherer Eigenanteil senkt den Monatsbeitrag. Kleine Rechnungen zahlst du dann einfach selbst – wie ein Unternehmer, der nicht jeden Bagatellschaden meldet.
  • Gesund bleiben zahlt sich aus. Viele Tarife erstatten Beiträge, wenn du ein Jahr keine Leistungen einreichst. Wer lange gesund bleibt, kann so jährlich 1.000 bis 3.000 € zurückbekommen.
  • Du hast die Rechnungen im Blick. Du bekommst Arztrechnungen selbst, reichst sie ein und siehst genau, was deine Behandlung kostet. Das ist ein bisschen Verwaltung, schafft aber Transparenz.
  • Du kannst nachsteuern. Nach § 204 VVG darfst du jederzeit in einen anderen Tarif deines Versicherers wechseln – deine Alterungsrückstellungen nimmst du dabei voll mit.

Die Kehrseite: Diese Freiheit verlangt Disziplin. Wer seinen Vertrag nie prüft, verschenkt Geld. Deshalb gehört die PKV für uns in ein jährliches Gespräch, genau wie dein Depot oder deine Altersvorsorge.

Bekommen Selbstständige Krankengeld?

Ohne Krankentagegeld bricht dein Einkommen am ersten Krankheitstag weg – in der GKV genauso wie in der PKV. Selbstständige haben in der GKV von sich aus gar keinen Anspruch auf Krankengeld (Finanztip).

GKV mit Wahlerklärung PKV-Krankentagegeld
Beginn der Zahlung ab dem 43. Tag frei wählbar, z. B. ab dem 8., 15., 22. oder 43. Tag
Höhe 70 % des beitragspflichtigen Einkommens vereinbarter Tagessatz, orientiert an deinem Netto
Obergrenze 2026: 135,63 € pro Tag, 2027 rechnerisch 148,75 € keine starre Grenze, nur dein tatsächliches Einkommen
Dauer höchstens 78 Wochen je Krankheit in drei Jahren solange du arbeitsunfähig bist und nicht berufsunfähig
Kosten 14,6 % statt 14,0 % Beitragssatz eigener Tarifbaustein, abhängig von Karenzzeit und Höhe

Gerade für gut verdienende Selbstständige ist die Obergrenze der GKV ein Problem. Mehr als rund 4.460 € im Monat gibt es dort 2027 nicht – egal, wie hoch dein Gewinn ist. Und die ersten sechs Wochen musst du komplett aus Rücklagen überbrücken.

In der PKV legst du Krankentagegeld und Karenzzeit passend zu deinem Puffer fest. Wer drei Monate Rücklagen hat, wählt eine späte Karenzzeit und spart Beitrag. Wer knapp kalkuliert, sichert sich ab der zweiten Woche ab. Ein weiterer Vorteil: Privates Krankentagegeld ist steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt.

Unser Tipp: Passe das Krankentagegeld an, wenn dein Gewinn steigt – viele Tarife erlauben das ohne neue Gesundheitsprüfung. Und denke an die Lücke dahinter: Wirst du dauerhaft berufsunfähig, endet das Krankentagegeld. Hierfür brauchst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Deine laufenden Betriebskosten wie Miete oder Personal deckt eine Betriebsunterbrechungsversicherung.

Lohnt sich die PKV für Selbstständige mit Kindern?

In der PKV gibt es keine kostenlose Familienversicherung – jedes Kind bekommt einen eigenen Vertrag. Ob dein Kind privat versichert werden muss, hängt aber nicht vom Kind ab, sondern von dir und deinem Partner:

Eure Situation Wo ist das Kind versichert?
Beide Eltern gesetzlich versichert Beitragsfrei in der GKV-Familienversicherung
Beide Eltern privat versichert Eigener PKV-Vertrag, GKV ist ausgeschlossen
Verheiratet, ein Elternteil privat, verdient mehr und über der Versicherungspflichtgrenze (2027: 84.150 €) Eigener PKV-Vertrag oder freiwillige GKV mit eigenem Beitrag
Nicht verheiratet, ein Elternteil gesetzlich In der Regel beitragsfrei über den gesetzlichen Elternteil

Quelle: § 10 Abs. 3 SGB V, Übersicht bei Finanztip.

Das wertvollste Recht: die Kindernachversicherung. Meldest du dein Neugeborenes innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt an, muss dein Versicherer es ohne Gesundheitsprüfung, ohne Risikozuschlag und ohne Wartezeit aufnehmen (§ 198 VVG). Voraussetzung ist, dass du selbst seit mindestens drei Monaten versichert bist. So ist dein Kind auch dann bestens geschützt, wenn es nicht ganz gesund zur Welt kommt.

Für Selbstständige zählt die volle Rechnung. Du bekommst keinen Arbeitgeberzuschuss, zahlst also jeden Kindertarif selbst. In Jens-Holgers Vergleich lagen Kindertarife bei 80 bis 180 € im Monat; heute liegen sie meist etwas darüber. Dafür kannst du die Basisbeiträge für deine Kinder ohne Höchstgrenze als Sonderausgaben absetzen.

Die Faustregel aus unserem Beitragsvergleich gilt weiter: Arbeiten beide Partner und verdienen gut, lohnt sich die PKV auch mit mehreren Kindern. Bleibt ein Partner lange ohne eigenes Einkommen zu Hause, kippt die Rechnung schnell zugunsten der GKV. Bedenke aber: Kinder ziehen irgendwann aus – deine eigene Krankenversicherung bleibt dein Leben lang.

Neu ab 2028: Auch die GKV wird für Familien teurer. Für mitversicherte Ehepartner wird ein Zuschlag von 2,5 % auf das Einkommen des erwerbstätigen Partners fällig, außer ihr habt Kinder unter zwölf Jahren (iww). Die Kinder selbst bleiben in der GKV beitragsfrei.

Und während der Schwangerschaft? Seit 2017 zahlt die PKV auch in den Mutterschutzfristen dein vereinbartes Krankentagegeld. Mehr dazu in meinem Beitrag So sichern sich Schwangere richtig ab.

Wird die PKV im Alter unbezahlbar?

Die größte Sorge vor der PKV lautet: „Im Alter wird sie unbezahlbar.“ Die Wahrheit ist: Die PKV sorgt für dein Alter vor – und du kannst zusätzlich selbst gegensteuern. Die GKV dagegen bildet keine Rücklagen für den demografischen Wandel.

  1. Alterungsrückstellungen. Ein Teil deines Beitrags wird in jungen Jahren für später angespart. Bei allen Privatversicherten zusammen sind das inzwischen rund 357 Milliarden Euro (PKV-Verband). Mindestens 90 % der Überzinsen müssen den Versicherten zugutekommen (PKV-Verband).
  2. Der gesetzliche 10-%-Zuschlag. Vom 21. bis zum 60. Lebensjahr zahlst du 10 % Zuschlag, der komplett für dein Alter angelegt wird. Danach fällt er weg, und ab 65 wird das Geld zur Senkung deines Beitrags eingesetzt.
  3. Das Krankentagegeld entfällt. Mit Rentenbeginn brauchst du kein Krankentagegeld mehr. Dieser Baustein fällt weg und dein Beitrag sinkt entsprechend.
  4. Der Beitragsentlastungstarif. Das ist quasi die Rentenversicherung deiner Krankenversicherung: Du zahlst heute freiwillig mehr ein, und ab dem vereinbarten Alter – meist 65 oder 67 – sinkt dein Beitrag um einen festen Betrag. Die Beiträge sind in der Regel als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % kosten dich 100 € Mehrbeitrag netto also nur rund 58 €.
  5. Eigene Rücklage für die Gesundheit. Liegt dein PKV-Beitrag deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag, investiere einen Teil der Differenz langfristig. Wie du dabei Steuervorteile nutzt, liest du in Mit Steuervorteilen mehr Vermögen aufbauen.
  6. Rentnerzuschuss. Bekommst du eine gesetzliche Rente, zahlt dir die Rentenversicherung einen Zuschuss zur PKV – genauso wie GKV-Rentnern. Viele Selbstständige haben aber keine oder nur eine kleine gesetzliche Rente. Plane deshalb so, als gäbe es diesen Zuschuss nicht.
  7. Gesetzliche Notbremsen. Steigen die Beiträge doch zu stark, kannst du innerhalb deines Versicherers in einen günstigeren Tarif wechseln und behältst deine Rückstellungen. Als letzte Stufe gibt es den Standard- und den Basistarif mit gedeckeltem Beitrag.

Und so sieht die Gegenrechnung aus: Als freiwillig gesetzlich versicherter Ruheständler zahlst du den vollen Beitrag auf alle Einnahmen – auf deine Rente aus dem Versorgungswerk, auf Mieten, Kapitalerträge und private Renten. Wer gut fürs Alter vorgesorgt hat, zahlt in der GKV also gerade im Ruhestand viel.

Fazit: Für wen lohnt sich die PKV als Selbstständige?

Die PKV lohnt sich, wenn du gut verdienst, gesund bist und sie langfristig planst. Ab 2027 zahlst du als gut verdienende Selbstständige in der GKV über 16.000 € im Jahr – für Leistungen, die die Politik gerade kürzt. In der PKV bekommst du dafür einen lebenslang garantierten Schutz, den du selbst steuerst.

Die PKV passt eher zu dir, wenn …

  • dein Gewinn dauerhaft deutlich über der Mindestbemessung liegt,
  • du gesund bist und früh einsteigst,
  • dein Partner ebenfalls gut verdient oder selbst privat versichert ist,
  • du Krankentagegeld und Altersentlastung von Anfang an mitplanst.

Die GKV passt eher zu dir, wenn …

  • dein Einkommen stark schwankt oder eher niedrig ist,
  • dein Partner länger ohne eigenes Einkommen bei mehreren Kindern zu Hause bleibt,
  • du Vorerkrankungen hast, die zu hohen Zuschlägen führen.

Eines solltest du wissen, bevor du wechselst: Der Weg zurück in die GKV ist schwer und ab 55 grundsätzlich verschlossen. Die Entscheidung für die PKV ist deshalb eine Entscheidung fürs Leben. Wer sie trifft, sollte den Tarif, den Versicherer und die Vorsorge für später sorgfältig auswählen – nicht nur den Einstiegsbeitrag.

Du bist noch unsicher? Dann sichere dir zumindest deinen heutigen Gesundheitszustand über eine Anwartschaft. So hältst du dir die Tür in die PKV offen.

Häufige Fragen zur PKV für Selbstständige

Was kostet die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige 2027?

Der Mindestbeitrag liegt 2027 bei 282,22 € im Monat (ohne Krankengeld), der Höchstbeitrag bei 1.345,13 € (mit Krankengeld). Beide Werte gelten inklusive Pflege für Eltern mit einem Kind und mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %. Den Höchstbeitrag zahlst du ab einem beitragspflichtigen Jahreseinkommen von 76.500 €.

Lohnt sich die private Krankenversicherung für Selbstständige?

Für gesunde Selbstständige, die dauerhaft gut verdienen, meistens ja. Der PKV-Beitrag hängt nicht vom Einkommen ab, und die Leistungen sind lebenslang vertraglich garantiert. Bei niedrigem oder stark schwankendem Einkommen oder einem Partner ohne eigenes Einkommen ist die GKV oft günstiger.

Bekommen Selbstständige Krankengeld?

In der GKV nur mit einer Wahlerklärung, die den Beitragssatz von 14,0 auf 14,6 % erhöht. Das Krankengeld fließt dann ab dem 43. Krankheitstag, 2027 rechnerisch höchstens 148,75 € pro Tag. In der PKV vereinbarst du ein Krankentagegeld passend zu deinem Nettoeinkommen und wählst selbst, ab welchem Tag es gezahlt wird.

Wie werden Kinder versichert, wenn ein Elternteil privat versichert ist?

Sind beide Eltern privat versichert, braucht das Kind einen eigenen PKV-Vertrag. Bei verheirateten Eltern ist das Kind über den gesetzlich versicherten Partner nur beitragsfrei, wenn der privat versicherte Elternteil nicht mehr verdient oder unter der Versicherungspflichtgrenze liegt (2027: 84.150 €). Neugeborene nimmt die PKV innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung auf.

Wird die private Krankenversicherung im Alter zu teuer?

Dagegen gibt es mehrere Sicherungen: Alterungsrückstellungen, der gesetzliche 10-%-Zuschlag bis 60, der ab 65 deinen Beitrag senkt, der Wegfall des Krankentagegelds zur Rente und ein freiwilliger Beitragsentlastungstarif. Reicht das nicht, kannst du nach § 204 VVG in einen günstigeren Tarif deines Versicherers wechseln und behältst deine Rückstellungen.

Kann ich als Selbstständige von der PKV zurück in die GKV?

Nur eingeschränkt. In der Regel brauchst du dafür eine versicherungspflichtige Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze, und ab 55 ist die Rückkehr grundsätzlich ausgeschlossen. Die Entscheidung für die PKV solltest du deshalb als Entscheidung fürs Leben treffen.

Lass uns deine Zahlen durchrechnen

Ob sich die PKV für dich lohnt, hängt an deinem Einkommen, deiner Familie und deinen Plänen. In einem persönlichen Gespräch rechnen wir GKV und PKV für dich durch – inklusive Krankentagegeld, Kindern und Beitragsentlastung im Alter.

A.S.I. Wirtschaftsberatung, Geschäftsstelle Karlsruhe
Stephanienstr. 57, 76133 Karlsruhe
Telefon: 0721 570 451 0
E-Mail: info@ka.asi-online.de

Über die Autorin

Jasmin Jurtan ist Wirtschaftsberaterin und Gesellschafterin der A.S.I. Wirtschaftsberatung, Geschäftsstelle Karlsruhe. Seit über zwölf Jahren berät sie Akademiker, Selbstständige und Unternehmer ganzheitlich zu Versicherungen, Geldanlage, Immobilien und Finanzierung.

Stand des Beitrags: 26. Oktober 2026. Wir aktualisieren ihn, sobald die Werte für 2027 endgültig beschlossen sind.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung. Alle Zahlen nach Stand Oktober 2026; die Rechengrößen 2027 brauchen noch die Zustimmung des Bundesrats, der höhere Kinderlosenzuschlag in der Pflege ist noch nicht Gesetz.

Quellen