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1.  … jedenfalls nicht kostenlos im Internet

„Vergleichsportale gibt es nicht“ klingt wie eine provokante These? Ich muss sie ein bisschen korrigieren, dann stimmt sie aber leider schon: „Kostenlose Vergleichsportale für alle öffentlich im Internet“ gibt es nicht. Warum das so ist, zeige ich Dir in diesem Artikel.

 

2. Was ist ein Vergleichsportal?

Ich bin Versicherungs- und Finanzmakler, deshalb habe ich mein Fachwissen in diesem Gebiet, aber „Vergleichsportale gibt es nicht“ ist eine Aussage, die so allgemein stimmt. Als erstes müssen wir bestimmen, was ein Vergleichsportal ist:

In vielen Bereichen des Lebens gibt es auf dem Markt eine große Produktvielfalt, so dass man als Privatmensch kaum bis gar nicht in der Lage ist, in seinem Fachgebiet den Überblick zu haben. In allen anderen Bereichen – keine Chance. So kann ein Ingenieur für Waschmaschinen vermutlich auch Geschirrspüler beurteilen, aber vermutlich kann er das nicht bei z.B. Autos. Aber in allen Nicht-Ingenieursdingen (ob Versicherungen, Ärzte, Lebensmittel – keine Chance. Das Wissen über die Dinge, was die Menschheit hat, ist zu groß, als dass ein Einzelner über mehr als ein Gebiet echtes Wissen haben kann.

 

2.1   Die Basis: Filtern von relevanten und nicht relevanten Informationen

Eine Idee ist, dass man zu einem bestimmten Gebiet – seien es Versicherungen, Autos, Stromtarife, … – Informationen sammelt und sie aufbereitet. Derjenige, die diesen Prozess durchführt, muss mindestens drei relevante Entscheidungen treffen:

  1. Welche Informationen nehme ich auf?

Alles über alles zu wissen, ist schwierig und führt auch nicht zum Ziel. Am Ende möchte ich ja eine Entscheidung darüber treffen können, welches Produkt von welchem Anbieter ich nehmen soll.

  1. Welche Prioritäten gebe ich den einzelnen Informationen?

Nicht alle Informationen sind gleich wichtig. Die Handelnde muss also – subjektive – Entscheidungen treffen, welche Informationen sie als „Unwichtig – weglassen“ oder „Wichtig – drin haben“ oder „Prioritär – an prominente Stelle stellen“ bewertet.

  1. Welche Produkte / Tarife aber auch Anbieter nehme ich auf?

In vielen Bereichen gibt es so viele Anbieter, dass es kaum möglich ist, alle zu betrachten, weil man sonst mit dem Vergleich nie fertig würde (viele Produkte ändern sich auch regelmäßig, was es viel Arbeit macht, hier aktuell zu bleiben). Oft sind auch erst Verträge zu schließen, bevor man einen Anbieter (öffentlich) vergleichen darf.

 

2.2   Die Bewertung: Filtern ist immer ein Stück weit subjektiv

Alle drei relevanten Entscheidungen haben einen hohen subjektiven Anteil, der auch nicht wegzudiskutieren ist. Im Gegenteil: es ist die Aufgabe des Vergleichenden, diese Entscheidung zu treffen. Idealerweise, nachdem er sie möglichst gut begründet hat (die Begründung muss nicht immer in erster Reihe stehen, aber sie sollte vorhanden und abfragbar sein). Manche Informationen sind für alle sehr hoch (z.B. Preis und Lebensdauer eines Produkts), andere interessieren vielleicht weniger (aus welchem Material ist das Produkt). Wiederum andere Kriterien ändern ihre – gesellschaftliche – Priorität und sollten dann auch mit der Zeit anders priorisiert werden. Ich denke hier z.B. an die Umweltverträglichkeit (Ökobilanz) oder die Herstellungskette (wer stellt es wo unter welchen Bedingungen her?).

 

2.3   Die Anpassung: Die Auswahl für den Kunden

Wenn die Vergleicherin gute Arbeit geleistet hat, steht am Ende eine Auswahl an Produkten. Diese Auswahl muss aber auch immer an den Kunden angepasst werden. „Ist ein Kleinwagen gut?“ – fragt immer: wofür? Für den Umzug eher weniger, für die Umwelt, den Geldbeutel und den Parkplatz in der Stadt umso mehr. Eine Freundin von mir hat sich ein Auto gekauft, welches man „quer“ in jede Parklücke stellen kann, in der Stadt ohne eigenen Parkplatz ein echter Zeitgewinn 😊. So ist es z.B. unsere Arbeit als Makler (Menschen, die von Berufs wegen ständig vergleichen), die Bedürfnisse unserer Mandanten herauszufinden, um ihnen dann ein auf sie zugeschnittenes Produkt empfehlen zu können. Fazit: Das eine Produkt für alle gibt es nicht.

 

2.4   Alles zusammen … ist ein hoher Arbeitsaufwand

Wie man sieht, ist es ein enormer Arbeitsaufwand, einen guten Vergleich zu erstellen. Und die Arbeit ist nie zuende, da sich die Produktwelt ständig dreht und ein Produkt, welches gestern der Letzte Schrei war, heute gut ist und morgen veraltet. Somit wollen (und müssen!) aber auch alle, die diese umfangreichen Vergleiche erstellen, Geld damit verdienen. Wir als Makler nutzen professionelle Programme, die locker mehrere Hundert Euro pro Monat kosten. Diese werden dafür auch ständig von Experten gepflegt, aktuell gehalten und erlauben umfangreiche, professionelle Vergleiche. Diese Programme würde ich „Vergleichsportal“ nennen, zumindest passiert genau das, was die Eingangsfrage ist: das Programm (d.h. die Menschen, die dieses Programm erstellen und pflegen) bezahlen wir als A.S.I. Wirtschaftsberatung dafür, dass sie für uns gute und saubere Vergleiche erstellen. Also: „Vergleichsportale gibt es nicht – doch: gegen gute Bezahlung.“

 

3.     Was macht also ein „kostenloses“ „Programm“ im Internet / auf Deinem Mobilfon?

Hinter jeder Website mit „Vergleichsprogramm“ steht also eine Firma, die diese Programm öffentlich und für Dich auf den ersten Blick kostenlos zur Verfügung stellt. Also kann sie davon nicht leben. Wovon lebt sie dann? Im Normalfall lebt sie davon, dass sie von den Produktanbietern einen Anteil erhält, wenn Du deren Tarif oder Produkt über die Website des Vergleichsprogrammanbieters kaufst. Diesen Anteil nennt man dann „Courtage“ oder „Provision“. Dies ist auch etwas völlig Normales: meistens, wenn Du irgendwo etwas einkaufen gehst (sei es offline oder online), kauft der Anbieter ein Produkt ein, bietet es an, verwaltet es, … und verkauft es teurer weiter. Wenn der Anbieter das Produkt zwischendurch besitzt, erzielt er damit einen „Gewinn“, wenn er es zwischendurch nicht besitzt, halt „Provision“. Das wichtige ist nur: geht der Anbieter offen damit um, wovon er lebt und wie er sein Geld verdient?

Also: Vergleichsportale gibt es nicht – aber Firmen, die Dir etwas verkaufen möchten.

Jedes Programm auf Deinem Mobilfon (neudeutsch: App), welches ein Vergleichsprogramm hinterlegt hat, macht dasselbe.

 

4.     Bewusste Entscheidung: Weißt Du, was Du tust?

Jetzt schreibt der Gesetzgeber vor, dass im Bereich „Finanzen“ (also: Versicherungen, Geldanlage, Finanzierungen, andere Vermögensobjekte, …) der Anbieter VOR dem Beratungs- und Verkaufsgespräch dem – potentiellen – Kunden mitzuteilen hat, wer er ist, und welche Art Anbieter. Für die A.S.I. Wirtschaftsberatung findest Du dies z.B. hier. Ein „Vergleichsprogrammanbieter“ versucht aber oft, als etwas anderes aufzutreten, z.B. als Vergleichsportal. Die gesetzlichen vorgeschriebenen Informationen verstecken sie, so gut es geht. Z.B. unter einem Link „Hier kannst Du Dir alles wichtige herunterladen.“ Oder „Lade unsere App herunter“ – und dann klickst Du „Ja“ und hast gleichzeitig alle AGB usw. akzeptiert – ohne überhaupt zu wissen, dass Du gerade nicht einfach ein Programm heruntergeladen hast, sondern eine Geschäftsbeziehung eingegangen bist.

 

4.1   Gehst Du gerne unbewusst eine Geschäftsbeziehung ein?

So habe ich folgendes sowohl bei Freunden als auch bei Mandanten mehrfach erlebt:

Ein Programm sagt: „Ich verwalte Deine Versicherungen – und das auch noch kostenlos.“ („Verwalten“ ist altdeutsch für „managen“). Sie haben sich das Programm heruntergeladen, ihre Versicherungsunterlagen hochgeladen – und schwupps ist die „App“ ihr neuer Betreuer und Manager und Ansprechpartner für Versicherungen. Der alte Ansprechpartner (ein Makler, ein Versicherungsangestellter, … ) ist damit – juristisch erst Mal – draußen. Wieso? Weil im Kleingedruckten der App stand: „Wenn Du Deine Versicherungsunterlagen bei uns hochlädst, dann beauftragst Du uns, Deine Versicherungen zu verwalten, Auskünfte einzuholen, … . Wir sind damit Dein Ansprechpartner und ab sofort verdienen WIR damit GELD!“

Hast Du das bewusst gewollt? Von denen, die ich gefragt habe, haben alle gesagt: „Nein, wollte ich nicht. Ich dachte, die vergleichen und machen mir (bessere?) Angebote.“[1] Jetzt müssen alle diese den Prozess wieder rückgängig machen … und ich brauche Dir nicht erzählen, dass das aufwendiger ist als der Hinweg …

 

4.2   Bewusste Entscheidungen treffen

Wenn Du also zu denjenigen gehörst, die gerne wissen, was sie tun und bewusste und überlegte (!) Entscheidungen treffen, dann solltest Du Dir Dein Geschäftspartner so aussuchen, dass sie für Dich ansprechbar sind und offen sagen, was sie wollen. Zu uns kommen Menschen, die diesen Prozess aktiv angehen: sie setzen sich aktiv mit dem Thema „Finanzen“ (meint: Vermögensaufbau, Vermögensabsicherung, Finanzierung, Finanz- und Lebensplanung) auseinander. Genug Menschen macht das … nicht so viel Spaß. Aber ihnen ist bewusst, dass es für sie von Vorteil ist, wenn sie das Thema aktiv angehen und sich einen Experten an die Seite holen. Dieser Experte ist für sie da, ansprechbar, er kostet Geld – und sagt das auch offen. Wenn auch Du bewusste Entscheidungen treffen möchtest, dann melde Dich gerne bei uns.

Fazit: Vergleichsportale gibt es nicht – kostenlos und öffentlich im Internet. Sondern jede gute Arbeit kostet Geld. Schlechte allerdings noch mehr – siehe dazu den nächsten Absatz.

 

5.     Noch schlimmer: Schlechte Beratung

Was ich auch ab und zu zu Ohren bekomme, ist noch schlimmer als gar keine Beratung: schlechte Beratung.

Gerade hat ein Kumpel mir seinen Freund empfohlen. Er benötigt als angehender Beamter eine Private Krankenversicherung. Nun ist für Beamte durch ihren Status sehr viel vorgegeben, wie ein „richtiger“ Krankenversicherungstarif auszusehen hat. Eine Private Krankenversicherung für Beamte zu finden sollte somit leichter sein als für andere Berufsgruppen. Er zeigte mir dann Unterlagen, die er erhalten hatte, inkl. eines Antrags, den er unterschrieben hatte. Leider stimmte an der Beratung hinten und vorne nichts. Der Tarif war falsch (mit echter Versicherungslücke), der Antrag war falsch, Die Beratungsunterlagen stimmten nicht, die gesetzlich vorgeschriebenen Unterlagen hatte der Freund nicht erhalten.

Das wäre für meinen Freund ein echtes Problem gewesen: ein Lücke in der Versicherung kann bedeuten, dass er 20 Jahre später zum Arzt geht, eine hohe Rechnung bekommt (von der die Versicherung 50% bezahlt und auf den restlichen Kosten wäre er sitzen geblieben – die Beihilfe zahlt in diesem Fall nichts). Aber er hätte es möglicherweise erst 20 Jahre später gemerkt. Im Antrag stand sinngemäß „Ich war die letzten 5 Jahre nie beim Arzt“, was natürlich nicht stimmt. Reicht man so einen Antrag ein, ist das Versicherungsbetrug … Das Problem hätte der Freund gehabt (er hat unterschrieben), nicht der Berater.

Zum Glück konnten wir noch alles stoppen und in gute Bahnen lenken. Um es noch mal deutlich zu machen: wir reden an dieser Stelle von Schäden, die 5- oder 6-stellig sein können und es Jahrzehnte später auffallen, wenn der Anbieter der „App“ möglicherweise gar nicht mehr existiert.

 

6.     Fazit: Vergleichsportale gibt es nicht … jedenfalls nicht kostenlos im Internet

„Guter Rat ist teuer“ wussten schon unsere (Groß-)Eltern. Und sie haben recht: die Herstellung des „Guten Rates“, hier: welches Produkt soll ich kaufen? ist aufwendig. Dieser Aufwand muss bezahlt werden. Wer dagegen schlechten Rat möchte, bekommt den zunächst günstig … dafür kann es später sehr viel teurer werden.

Wenn Du Wert auf guten Rat legst & bereit bist, im Vorhinein zu bezahlen (und damit die Kosten kennst), melde Dich gerne bei uns. Wenn Du wissen willst, wie wir arbeiten, dann klicke hier.

 

 

[1] Wie wir oben gezeigt haben, kann die Firma hinter der App noch gar keine „besseren Angebote“ erstellen – sie kennt Dich und Deine Bedürfnisse & Wünsche ja noch gar nicht.